
Tote Tiere gehen in der Regel den schrecklichen, vom Tierische
Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG) vorgeschriebenen letzten Weg:
Vom Tierarzt zu den Tierkörperbeseitigungsanstalten (Abdeckereien) um
dort in industriellen Mühlen und vollautomatischen Großkesseln
zerrissen, zermalmt und zerkocht zu werden. Anschließend wird
verwertet, was noch brauchbar, d.h. verkaufbar ist: Tierkörperfette
als Grundstoff für Schmieröle, Leim oder Seife, Knochenmehl als Futter
für andere Nutztiere... Es geht aber auch anders: Noch viel zu wenig bekannt ist, dass es zu diesem schrecklichen Verfahren der Tierkörperbeseitigung auch Alternativen gibt, denn die „Tierische Nebenprodukte-Beseitungsgesetz-Verordnung (TierNebV)” lässt gemäß §3 für einzelne verstorbene Haustiere auch das Begraben in der Erde zu. Das heimliche Vergraben im Wald oder im freien Gelände ist allerdings gegen Strafe verboten und der eigene Garten (falls überhaupt vorhanden) kommt ebenfalls kaum in Frage, weil der Gesetzgeber die Tierbestattung in der Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen bzw. in der Nachbarschaft von Wasserschutzgebieten nicht erlaubt. |
Als einzige legale Alternative zur Tierkörperbeseitigungsanstalt verbleibt
deshalb nur das Verbrennen des verstorbenen Haustieres in einem Tierkrematorium
oder das Begraben auf 'geeigneten und von der zuständigen Behörde hierfür
besonders zugelassenen Plätzen' - also auf einem Tierfriedhof.
Erfreulicherweise findet diese Form des 'letzten Wegs' mehr und mehr
Zustimmung, obwohl es viele immer noch für 'Affenliebe' halten, einem Tier
ein Grab einzurichten und es zu betrauern.
Natürlich sind Tiere nicht Menschen - aber doch Lebewesen! Und natürlich
sollen Tiere nicht wie Menschen behandelt werden - aber auch nicht
unmenschlich! Es kann doch nicht richtig sein, verstorbene Haustiere im
Abdeckereibetrieb auf barbarische Art und Weise wie einen leblosen
Gegenstand zu beseitigen; es kann doch nicht angehen, dass die Tierliebe mit
dem Tod des Tieres plötzlich aufhört!
Wer einmal einen Tierfriedhof besucht und dort die rührenden Texte auf den
kleinen Grabsteinen gelesen hat, der wird mehr Verständnis für den Wunsch
dieser Tierhalter haben, sich von ihrem vierbeinigen Freund mit einigem
Anstand zu verabschieden.
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Diese Menschen wollen ihr Tier, dass ihnen viele Jahre ein treuer Gefährte
war, nicht einfach wegwerfen wie einen Gebrauchsgegenstand. Sie möchten,
dass ihr Tier, das jahrelang so 'menschlich' mit Ihnen gelebt hat, soviel
Trost gespendet, oft das Kind oder den Partner ersetzt hat, auch nach seinem
Tod anständig behandelt werden soll. Da zudem die kleinen Tiergräber im Jahr kaum mehr kosten als die Gebühr für die Abdeckerei, ist es kein Wunder, dass mehr und mehr Tierhalter ihrem Tier die barbarische Beseitigung im Abdeckereibetrieb ersparen wollen und die Einrichtung des Tierfriedhofs dankbar annehmen. |
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Haustiere zu Futter und Leim verarbeitet Grausiges Ende unserer Lieblinge - Meistens verschweigen Veterinäre den Besitzern die grausame Wahrheit | |
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Von RENE WEIHRAUCH EXPRESS, Köln, 22.10.1995 exp Bonn - "Blacky" war der Liebling der Familie Faßbender aus Bonn. Zwölf Jahre gehörte die fröhliche Promenadenmischung aus Dackel und Cockerspaniel zur Familie. Die Kinder Andreas (12), Jennifer (8) und Angelina (4) liebten das Tier heiß und innig. Doch dann bekam ihr "Blacky" Krebs, musste eingeschläfert werden. Die ganze Familie war traurig. Nach seinem Tod sollte der Hund verbrannt werden - hatte der Tierarzt versprochen. Aber nur, um Gaby Fassbender (30), ihren Mann Ingo (37) und die Kinder zu beruhigen. Denn in Wirklichkeit leitet er (wie fast alle Tierärzte in Deutschland) gestorbene Haustiere an eine "Tierkörperbeseitigungsanlage" (TBA) weiter. Das schreibt ein Gesetz vor. Was die meisten Besitzer nicht ahnen: In diesem TBAs werden die Lieblinge wie Müll entsorgt, werden zusammen mit Schlachtabfällen zerhackt, gekocht, getrocknet - "ein 100-prozentiges Recycling", wie Gustav Denzin, Betreiber der TBA in Viersen dem Sonntag-Express erklärt. Eine Erklärung, die er den Tierbesitzern schuldig bleibt. Wenn
jemand bei ihm anruft, um sich zu erkundigen, auf welche Weise sein
totes Haustier "entsorgt" wird, ist Denzin in der
Zwickmühle:
Die Wahrheit kann man jemanden, der jahrelang mit einem Tier
zusammengelebt hat, im Grunde gar nicht erzählen."
Denn so sieht die Wahrheit aus: TBA-Mitarbeiter holen mit einem
müllwagen-ähnlichen Fahrzeug Abfälle aus Schlachterein,
überfahrenes Wild und tote Haustiere von den Tierärzten ab.
In Bonn gibt es sogar eine Sammelstelle mit zwei Containern bei der
Müllabfuhr, wo Tierbesitzer ihre toten Haustiere abgeben können.
In der Viersener Anlage geht die übelriechende Ladung (die Schlachtabfälle machen 90 Prozent aus) durch eine Zerreißmaschine, wird in Stücke von fünf Millimetern geschreddert. Dann wandert die breiige Masse, in der sich die Überreste der einst so geliebten Hunde und Katzen befinden, in einen Sterilisator. Ein 5.000 Liter Behälter, der mit Dampf auf 133 Grad erhitzt wird. Nach 20 Minuten sind alle Bakterien abgetötet. Die sterilisierte Masse besteht zu 70 Prozent aus Wasser, das anschließend verdampft wird. Das noch enthaltene Fett (etwa 30 Prozent) wird mit einer Presse herausgequetscht, dient der Lackindustrie als Bindemittel. Der Rest wird als Tiermehl für 32 Mark pro 100 Kilo verkauft. Diese Verfahrensweise ist in Deutschland vom Tierkörperbeseitigungsgesetz vorgeschrieben. Als Ausnahme ist nur erlaubt, kleinere Tiere im eigenen Garten zu vergraben (wenn das Grundwasser nicht gefährdet wird) oder einer der 20 Tierfriedhöfe in Deutschland zu nutzen. Das finden viele Besitzer dann aber doch übertrieben. In anderen Ländern, zum Beispiel Holland, gibt es dagegen Tierkrematorien, wo Haustiere verbrannt werden. Der Tierarzt Dr. Wilhelm Rößler (44) aus Schwedelbach bei Kaiserslautern versucht, auch in Deutschland solch ein Krematorium einzurichten. Rößler: "Aber die Stadt Kaiserslautern erteilt keine Genehmigung." Ein Kölner Tierarzt zum Sonntag-EXPRESS: "Viele Kollegen sehen die Lösung mit den TBAs kritisch, wollen eine Änderung." Dagegen Dr. Hans Joachim Bienek, Präsident der Tierärztekammer Nordrhein: "Das Gesetz gewährleistet den nötigen Hygienestandard, damit Gefahren für andere Tiere oder das Grundwasser ausgeschlossen werden." | |
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...und dann wird der Liebling zu Seife gemacht | |||
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Von EVA GORIS Sie schläft jetzt ganz sanft ein...," sagt der Tierarzt, als er Mischlingshündin Nelly von ihrem schweren Leiden erlöst. Kaum war das Hundeleben verloschen, die Augen gebrochen, stellte der Tierarzt die Frage, die alle Tierfreunde am meisten fürchten: "Wollen Sie Nelly mit nach Hause nehmen, oder ...?" Familie Humbert kann Nelly nicht mit nach Hause nehmen. Humberts wohnen im Zentrum von München auf 60 Quadratkilometern im dritten Stock einer Neubausiedlung. Frauchen ist traurig: "Wir haben keinen Garten für ein Grab." Die Alternative ist grausam: Zwei Tage liegt Nelly neben dem Kadaver einer überfahrenen Katze, zwischen Zwergkaninchen, Meerschweinchen und einem Hund, der an Krebs verendet war. Fell an Fell, Körper an Körper. Eine Kühltruhe, voll mit toten Kuscheltieren. Einmal in der Woche werden die Kadaver abtransportiert. In blaue Müllsäcke verpackt, landet Nelly schließlich in der Tierkörper-Verwertungs-Anstalt (TVA). Auf die Rechnung schreibt der Tierarzt später: "Euthanasie eines Hundes, zuzüglich Transport in die Tierkörper-Verwertungs-Anstalt. "In Deutschland liegen die Gebühren für die "fachgerechte Beseitigung" von toten Haustieren zwischen 30 bis 80 Euro. Der letzte Weg vieler Hunde, Katzen und Kaninchen ist schlicht widerlich. Die "letzte Ruhestätte" deutscher Haustiere wird am liebsten totgeschwiegen. Wie ein Haufen Müll werden etwa eine Million Haustiere aller Rassen (rund 300 000 Tonnen jährlich) von den Tierarztpraxen in diese sogenannten Abdeckereien transportiert. Dort werden die toten Tiere zunächst enthäutet. Die Körper werden anschließend zusammen mit Schlachtabfällen bei 133 Grad sterilisiert, um Krankheitserreger abzutöten. In industriellen Mühlen, die wie Häckselmaschinen arbeiten, werden die Körper zerkleinert, schließ lich in vollautomatischen Großkesseln verkocht. Insgesamt 1,3 Millionen Tonnen "Fleischabfall" werden pro Jahr in Deutschland verarbeitet. Für Experten eine "saubere und umweltfreundliche Lösung", für Herrchen und Frauchen schlicht eine Horrorvorstellung. Endstation: Abdeckerei. Endprodukt: Tierkörperfett. Welcher Tierfreund will schon wahrhaben, dass sein Liebling später zu einem begehrten Grundstoff weiterverarbeitet wird? Tiermehl und - vor allem - Tierkörperfett sind lä ngst zum Industrieprodukt geworden: Basis für die Herstellung von Schmier- und Industrieölen, Leim und Kleber, Lacken und Kerzen, Waschmitteln und wichtige Bestandteile für die Kosmetikindustrie. Knochenmehl kommt in Zahnpasta und Vitaminpräparate. Tierfett wird in Fettsäuren aufgespalten und zu Creme verarbeitet. | |||
![]() Zu Seife verkocht |
![]() In Lack verstrichen |
![]() In Cremes verschmiert |
![]() In Kerzen verbrannt |